Bernhard Loos im Kunstareal München in der Maxvorstadt vor dem Museum Brandhorst

Unterwegs im Wahlkreis München-Nord

Politisch gesehen war und ist der Münchner Norden stets ein heiß umkämpftes Pflaster gewesen. Nicht ohne Grund spricht man in der CSU immer vom schwierigsten Wahlkreis Bayerns, weil dort traditionell auch die SPD und neuerdings die Grünen sehr stark vertreten sind. Und so vielfältig das politische Klima dort ist, so bunt, vielschichtig und spannend ist auch der Wahlkreis.

Denn der Wahlkreis München-Nord gehört wohl zu den interessantesten, wichtigsten und heterogensten im ganzen Bundesgebiet. Ob architektonische Meisterwerke, weltberühmte Museen, idyllische Natur, innovativstes High-Tech, erfolgreicher Spitzensport, große Dax-Konzerne, interdisziplinäre Exzellenz-Forschung oder Münchner Traditionen – der Norden ist der Taktgeber der Stadt.

Von Feldmoching mit seinem sehr charmanten, beinahe dörflichen Charakter, bis hin zur studentisch geprägten, quirligen Maxvorstadt, hier ist die komplette Bandbreite Münchner Lebenswelten und Kulturen anzutreffen. Seit meiner Jugend bin ich im Münchner Norden zu Hause, habe hier meinen Lebensmittelpunkt und unendlich viele Erlebnisse genießen dürfen.

Folgen Sie mir auf eine kleine, persönliche Erkundungstour durch die einzelnen Stadtbezirke und entdecken Sie den Münchner Norden neu!

Impulsgeber für die Stadt: Die Maxvorstadt

(Stadtbezirk 3, ca. 52000 Einwohner)

Wer von Schwabing, seinen bunten Kneipen, den drei Universitäten und dem pulsierenden, studentischen Leben spricht, meint damit oft eigentlich die Maxvorstadt. Zwar liegt die Maxvorstadt zwischen Schwabing-West und Schwabing-Freimann, ist aber im engen Sinne nie Schwabing zugerechnet worden. Benannt nach König Maximilian I. Joseph und zwischen 1805 und 1810 konzipiert, schließt sie sich zwischen Odeonsplatz und Stachus unmittelbar an die Altstadt an und wird im Osten durch den Englischen Garten, im Norden an der Münchner Freiheit begrenzt. Seit Jahren wohne ich hier direkt hinter der LMU und bin jeden Tag aufs Neue von dem Leben und den Menschen begeistert nach dem Motto: „Schwabing ist kein Stadtteil, sondern ein Zustand.“

Architektonisch ist die Maxvorstadt ein ziemlich beeindruckender Bezirk: Hier trifft man auf das Siegestor, die Staatsbibliothek, die LMU und den Königsplatz mit seinen Prachtstraßen. Auch das Museumsquartier besuche ich immer wieder, denn die wechselnden Ausstellungen in den Pinakotheken sind immer wieder ein eindrucksvolles Erlebnis und Erholung zugleich.

Nur ein paar Meter von den Kunstschätzen entfernt befinden sich die Denkzentralen der Stadt: Die Ludwig-Maximilians-Universität, die Technische Universität, die Hochschule für Politik, die Hochschule für Philosophie sowie die Hochschule für Film. Kein Wunder, dass Studenten, Kneipen, Cafés und Restaurants die Maxvorstadt zu einem einzigartigen Bildungs- und Kulturstandort bundesweit machen. Ich habe an der LMU Politikwissenschaft und Wirtschaft studiert, mit dem Obststand-Didi hat sich bis heute fast eine Freundschaft entwickelt, da ich bei ihm stets mit Reiseproviant versorgt werde.

Wer mich in der Maxvorstadt treffen will, schaut am Besten im Atzinger, im Türkenhof, beim jährlichen Weinfest am Josephsplatz oder im Tambosi vorbei. Was viele nicht wissen: die Maxvorstadt erstreckt sich im Süden bis an die Grenzen zu Nymphenburg-Neuhausen, daher ist auch der Augustiner Keller noch in meinem Wahlkreis und sein wunderbarer Biergarten immer für einen Abstecher gut.

Gemütlichkeit für die Stadt: Schwabing-West

(Stadtbezirk 4, ca. 70000 Einwohner)

Der 4. Stadtbezirk Schwabing-West liegt nördlich der Maxvorstadt und zieht sich bis zum Petuelring. Charakteristisch für Schwabing-West sind die vielen schönen Plätze: Elisabeth-, Kurfürsten- und Hohenzollernplatz. Wenn es meine Termine zulassen, dann trinke ich dort an einem schönen Sommertag gerne einen Kaffee und beobachte das geschäftige Treiben. Den Elisabethmarkt mag ich besonders.

Im Winter wiederum, natürlich nur wenn genug Schnee liegt, ist der Luitpoldpark mit seinem großen, zum Schlittenfahren geeigneten Hügel ein beliebtes Ausflugsziel, das ich nur empfehlen kann. Dabei darf natürlich auch das Bamberger Haus nicht unerwähnt bleiben, welches mit seinen Eisstockbahnen eine Riesengaudi für alle Altersgruppen bietet.

Aber auch im medizinischen Sektor hat der Schwabing-West viel zu bieten. Im Norden des Bezirks liegen das städtische Klinikum Schwabing, das Max-Planck-Institut für Psychiatrie sowie das Rehabilitationszentrum für Körperbehinderte, die Stiftung Pfennigparade.

Nicht zuletzt ist Schwabing-West auch die Heimat der berühmten Kultfigur „Monaco Franze“. Wer die Serie gesehen hat, sollte sich einen Spaziergang durch das Viertel nicht entgehen lassen. Noch heute lassen sich die Drehorte wiedererkennen und ermöglichen eine wunderbare, gedankliche Zeitreise in das München der Achtzigerjahre.

Moderne Traditionen für die Stadt: Moosach

(Stadtbezirk 10, ca. 55 000 Einwohner)

Moosach, der 10. Münchner Stadtbezirk, erstreckt sich vom Mittleren Ring im Osten bis zum Rangierbahnhofgelände im Norden, der Waldhornstraße im Westen, bis zum Westfriedhof im Süden.

Der St.-Martins-Platz mit dem Kultur- und Bürgerhaus Pelkovenschlössl ist das kulturelle Zentrum des Stadtteils. Hier kann man eine beeindrucken Anzahl unterschiedlichster Veranstaltungen besuchen: Lesungen, Vorträge, Filmvorführungen, Theateraufführungen, musikalische Darbietungen sowie verschiedene Tanz- und Sprachkurse. Es lassen sich sogar Räumlichkeiten für private Feiern im Schlössl reservieren. Alljährlich nehme ich an der Gedenkveranstaltung des Reservistenverbands anlässlich des Volkstrauertags teil und darf am Kriegerdenkmal am St.-Martins-Platz auch ein Grußwort sprechen.

Besonders geschichtsträchtig ist die alte Moosacher St. Martinskirche, die erstmals im Jahr 815 urkundlich erwähnt wurde und deren Bau aus dem 12. Jahrhundert stammt. Durch die Eingemeindung Moosachs im Jahr 1913 wurde die Martinskirche zur ältesten Kirche Münchens und ist somit immer einen Ausflug wert.

Ganz weltlich hingegen, wird es bei einem Besuch des sog. OEZ. Anlässlich der Olympischen Spiele 1972 öffnete das Olympiaeinkaufszentrum seine Pforten und ist nach wie vor eines der größten Einkaufszentren Bayerns. Bei über 30.000 Besuchern pro Tag steht das OEZ niemals still und ist besonders an regnerischen Tagen ein guter Tipp.

Motor der Stadt: Milbertshofen-Am Hart

(Stadtbezirk 11, ca. 75000 Einwohner)

Milbertshofen-Am Hart, der 11. Stadtbezirk Münchens, zieht sich zwischen Ingolstädter- und Schleißheimer Straße, von der Stadtgrenze im Norden bis zum Petuelring im Süden.

In Milbertshofen habe ich einen besonderen Bezug zur Adolf-Kolping-Berufsschule, da ich in den 80er Jahren selbst Geschäftsführer des Kolping-Diözesanverbands München-Freising gewesen bin. In diesem Stadtbezirkhabe ich auch meine ersten Schritte als Unternehmer getätigt.

Hier befindet sich auch das Gelände des BMW-Stammwerks an der Dostlerstraße mit dem BMW-Hochhaus, BMW-Museum und der BMW-Welt. Hier kann man an regnerischen Tagen die Geschichte der Firma entdecken und sich von der Faszination für das Automobil anstecken lassen. Das neue Forschungszentrum FIZ Future wird Am Hart gebaut und stellt einen weiteren Jobmotor in diesem Bezirk dar.

Das Olympiagelände, Schauplatz der Sommerspiele im Jahr 1972, ist zum größten Teil dem Bezirk 11 zugeordnet. Der riesige Olympiapark ist einzigartig, bietet viele Freizeitmöglichkeiten und ist immer einen Besuch wert. Gerne besuche ich das Freiluftkino am Olympiasee und genieße dort einen alten Streifen aus meiner Studienzeit.

Neben den zahlreichen Großveranstaltungen im Olympiapark werden besonders im Kulturhaus Milbertshofen und im forum 2 (Olympiadorf) kulturelle Veranstaltungen angeboten. Vor oder nach dem Besuch eines der dortigen Konzerte, lohnt sich immer auch eine Auffahrt auf den Olympiaturm. Dieser ist mit einer Höhe von 291 Metern Münchens höchstes Bauwerk und bietet bei schönem Wetter einen herrlichen Ausblick über die Stadt. Ein besonderes Highlight ist auch das Drehrestaurant, welches innerhalb einer Stunde den Turm umrundet.

Die grüne Lunge der Stadt: Schwabing-Freimann

(Stadtbezirk 12, ca. 78000 Einwohner)

Zwischen den 11. und 4. Stadtbezirk im Westen – sowie den Englischen Garten und die Isar im Osten – liegt der 12. Stadtbezirk Schwabing-Freimann. Bezogen auf die Fläche des Bezirks ist Schwabing-Freimann der drittgrößte Stadtbezirk Münchens.

Unübersehbar leuchtet die etwa 75.000 Zuschauer fassende Allianz Arena im Norden des Bezirks. Der FC Bayern München bestreitet hier seine Heimspiele und wenn es mir die Zeit erlaubt, bin ich auch gerne mit dabei.

Erholungsmöglichkeiten gibt es hier aber auch: Teile der Fröttmaninger Heide und des Englischen Gartens gehören zu Schwabing-Freimann. Die Mohr-Villa ist Kulturzentrum und Treffpunkt zugleich und der Biergarten am Chinesischen Turm, der Mittelpunkt einer der größten Parkanlagen der Welt. Spannende Themen, wie z.B. die Wiedervereinigung des Englischen Gartens durch einen Tunnel für den Mittleren Ring oder aber auch die Diskussion um eine Tramlinie durch die Parkanlage, stehen hier im Vordergrund. Nichts zuletzt befindet sich im Stadtbezirk die Parteizentrale der CSU für die ich 2017 als Stimme des Münchner Nordens in den Bundestag einziehen durfte.

Neben der Politik bin ich seit meiner Studienzeit Mitglied in der Wissenschaftlichen Verbindung Palladia und mache gerne einen Abstecher auf unser Verbindungshaus in der Heinrich-Geißler-Straße, wenn es mir die Zeit erlaubt.

Mit knapp 2.500 Bewohnern ist die Studentenstadt die größte studentische Wohnanlage Deutschlands und Schwabing-Freimann wächst. In Planung befinden sich derzeit der Ausbau des Domagkparks und ein neues Stadtquartier auf dem Areal der Bayernkaserne.

Das im Süden des Bezirks gelegene Altschwabing ist wie die Maxvorstadt ein altes Künstlerviertel. Hier lebten Geistesgrößen wie z.B. Heinrich und Thomas Mann. Peter Paul Althaus hat der „Traumstadt“ ein literarisches Denkmal gesetzt. Noch heute versprüht Altschwabing ein eigenes Flair mit zahlreichen Bars und Kneipen, während gleichzeitig Großkonzerne wie die Münchner Rück oder die Allianz hier ihren Hauptsitz haben.

Erholung für die Stadt: Feldmoching-Hasenbergl

(Stadtbezirk 24, 62000 Einwohner)

Der 24. Stadtbezirk Feldmoching-Hasenbergl befindet sich zwischen der Schleißheimer Straße im Osten und der Dachauer Straße im Westen.

Mit dem Fasaneriesee, Lerchenauer See und dem Feldmochinger See ist Feldmoching-Hasenbergl mit Gewässern reich gesegnet. In den Sommermonaten tummeln sich hier zahlreiche Sonnenanbeter, die dem Alltag im geschäftigen Treiben der Großstadt entfliehen wollen. In dem unter Naturschutz stehenden Niedermoorwald Schwarzhölzl kann man, trotz der Stadtnähe, sogar noch Rehen begegnen. Dort befindet sich auch die Ruderregattastrecke Oberschleißheim, die anlässlich der Olympischen Sommerspiele in München 1972 gebaut wurde.

Was mir gut gefällt: In Feldmoching liegen Laptop und Lederhose nah beieinander. Noch heute findet man im Stadtbezirk als Teil der Weltmetropole viele landwirtschaftlich genutzte Flächen. Direkt neben der U-Bahnstation Hasenbergl liegt das Kulturzentrum 2411, das sich Feldmoching-Hasenbergl mit dem 11. Stadtbezirk teilt.