Kolumne zu Innovation

Liebe Münchnerinnen und Münchner,

mit dem Advent beginnt auch die Zeit der Jahresrückblicke. Es wird Bilanz gezogen, Inventur gemacht oder die Kasse geprüft. Man fragt, was in diesem Jahr gut gelaufen ist oder im kommenden Jahr anders werden muss. Beim Blick auf die politischen Themen ist für mich klar: Wir müssen uns noch intensiver den Technologien der Zukunft widmen. Die Corona-Pandemie hat uns zahlreiche technische und digitale Schwächen in unseren Systemen aufgezeigt, die wir dringend angehen müssen.

Zugleich haben wir aufgrund der Dominanz von Corona den Blick auf den schnellen technologischen Fortschritt in der Welt verloren. Bei aller Notwendigkeit, zuerst die Probleme im eigenen Land zu lösen: vergessen wir dabei nicht, über den nationalen Tellerrand zu schauen. Die globale High-Tech-Entwicklung bleibt nämlich nicht stehen. Wir müssen aufpassen, nicht den internationalen Anschluss zu verlieren. Seit Jahren setze ich mich daher für die Förderung von Technologien wie Geothermie, Wasserstoff und 5G ein. Ob Automobilbranche, Energie oder Medizintechnik – jeder Industriebereich wird sich in den nächsten Jahren massiv wandeln und riesige Chancen für uns eröffnen.

Weniger Bedenken, mehr Optimismus

Um das Potential dieses Fortschritts aber effektiv ausschöpfen zu können, müssen wir unsere, meist von Bedenken geprägte, Haltung zu neuen Technologien revidieren. So sinnvoll bspw. der umfassende Schutz unserer Daten grundsätzlich ist, so hinderlich kann er im Einzelfall wie der Corona-Warn-App sein. Wir sollten stets genau abwägen, wo stärkere Regulierungen wirklich nützen oder eher zu Fortschritts-Blockaden werden.

Die sog. „German Angst“ ist ein weltweites Schlagwort und meint, dass wir in Deutschland oftmals vor neuen Entwicklungen Angst haben. Ich finde, dass wir stattdessen für „German Innovation“ bekannt sein sollten. Denn die hohe Innovationskraft unserer Wirtschaft leidet zusehends unter dieser Übervorsichtigkeit. Ich bin der festen Überzeugung, dass wir uns ein bisserl mehr trauen sollten.

Wir haben exzellente Unternehmen, die uns mehr als optimistisch in die Zukunft blicken lassen. Helfen wir diesen Firmen, Marktführer zu werden! Das haben wir in der Vergangenheit häufig geschafft, wenn ich an unsere Automarken oder die vielen kleinen Firmen denke, die als „hidden champions“ weltspitze sind. Ich will, dass wir solche Champions auch in Zukunft haben. Der erste Vorsatz für das neue Jahr sollte daher lauten: Mehr Mut und Optimismus! Weitere Vorsätze können wir gerne in einer meiner Online-Bürgersprechstunden diskutieren. Schreiben Sie mir einfach.

Ihr Bernhard Loos

Innovation

Münchner Nordrundschau, 09.12.2020