Kolumne zur Fastenzeit

Liebe Münchnerinnen und Münchner,

mit dem Aschermittwoch beginnt traditionell die Fastenzeit. Unter normalen Umständen würden wir diesen Tag mit einem gemeinsamen Fischessen begehen, das Aschekreuz auf dem Haupt bei einer Messe empfangen oder mit unserer CSU den berühmten Politischen Aschermittwoch in Passau bei Bier und Brezen feiern. Doch die Corona-Pandemie zwingt uns, auch diesen Tag anders zu begehen, nämlich zu Hause, in Ruhe oder an den Bildschirmen. Somit bleibt auch Zeit, sich ein paar Gedanken über die nächsten 40 Tage bis Ostern zu machen. Für viele Menschen ist die Fastenzeit mittlerweile zu einem beliebten Ritual des Verzichts geworden, unabhängig davon, ob sie religiös oder gläubig sind. Manche verzichten auf Alkohol oder das Rauchen, andere machen Diäten oder treiben mehr Sport. Andere wiederum nutzen die Zeit, um aufzuräumen und alte oder unnötige Dinge zu entsorgen. Ob seelisch, körperlich oder im Haushalt, es lohnt sich manchmal, aufgestauten Ballast abzulegen. Denn wir vergessen gerne mal, dass man für ein gutes Leben eigentlich viel weniger braucht, als man meint. Vielleicht lehrt uns Corona gerade dieses: Eine höhere Wertschätzung der Dinge, die wir sonst als selbstverständlich betrachten. Ob der Kaffee mit Freunden, das Bummeln in der Stadt, der Konzert- und Museumsbesuch oder das Reisen um die Welt, all diese Dinge werden wir im Laufe des Jahres neu entdecken und sicher intensiver als je zuvor genießen. Mit den jüngst beschlossenen Maßnahmen in Berlin, den sinkenden Fallzahlen und gleichzeitig steigenden Impfungen haben wir berechtigte Hoffnung, dass wir an Ostern nicht nur die Auferstehung, sondern auch das Ende zahlreicher Entbehrungen durch Corona feiern können. .

Politisches Fasten

Nutzen wir die Zeit bis dahin sinnvoll und überlegen, worauf wir vielleicht in, als auch nach der Fastenzeit verzichten können. Meine Antwort: Respektlosigkeit gegenüber anderen Meinungen. Ich wünsche mir gerade im politischen Bereich im Hinblick auf den Wahlkampf zur Bundestagswahl, dass wir verbal abrüsten und auf persönliche Angriffe verzichten. Für mich war und ist immer wichtiger zu sagen, FÜR welche politischen Inhalte man steht und nicht, GEGEN welche anderen Politiker man ist. Persönliche Angriffe und ideologische Scheuklappen sind keine Methoden der Auseinandersetzung, weder in der Politik noch im privaten Leben. Sachlichkeit und Anstand hingegen schon.

Verzichten Sie aber nicht auf den direkten Kontakt.

Worauf würden Sie in der Politik gerne verzichten? Sagen Sie es mir in einer meiner Online-Bürgersprechstunden. Schreiben Sie mir und wir vereinbaren einen Termin.

Ihr Bernhard Loos

Fastenzeit

Münchner Nordrundschau, 17.02.2021