Kolume zum „Corona-Herbst“

Liebe Münchnerinnen und Münchner,

wäre dieses Jahr ein normales, würden Sie jetzt einen Rückblick auf meine Erlebnisse auf der Wiesn oder bei anderen Veranstaltungen lesen. Doch leider ist dieses Corona-Jahr alles andere als normal. Und anstatt fröhlich dem Herbst entgegen zu blicken, müssen wir unser Augenmerk wieder auf steigende Corona-Fallzahlen, weitere Einschränkungen in unserem Zusammenleben und die sozialen wie wirtschaftlichen Folgen der Pandemie richten. Daher kann ich mich unserem Ministerpräsidenten Söder nur anschließen: Corona nervt gewaltig. Sie, liebe Leserinnen und Leser wahrscheinlich genauso wie mich und meine Familie. Gerade als Vater schaue ich mit großer Sorge auf die junge Generation, ob Schulkinder, Studierende oder Azubis. Denn ohne die soziale Nähe und den direkten Austausch fehlen heute wesentliche Faktoren in allen Bildungsphasen. Zwar können diese Kontakte digital imitiert werden, gänzlich ersetzen können sie die unmittelbare Nähe nicht. Mit Freude und Wehmut zugleich erinnere ich mich in diesem Kontext gerne an meine Studienzeit, in der die Geselligkeit manchmal wichtiger war als das Lernen in der Bibliothek. Daher verstehe ich auch den Drang junger Menschen, zusammen zu feiern, was aber stets mit Rücksicht auf andere stattfinden sollte. Besondern die kommende kalte Jahreszeit verlangt von uns allen noch mehr Disziplin bei den Hygieneregeln, wenn die Treffen mit Anderen nicht mehr an der frischen Luft, sondern drinnen stattfinden. Meine große Bitte an Sie: Folgen Sie den Regeln und bleiben Sie achtsam. Nur so können wir weitere negativen Folgen für unsere Bevölkerung vermeiden!

POSITIV DENKEN GEGEN DIE KRISE

Dazu müssen wir uns aber als gesamte Gesellschaft auf zwei wichtige Eigenschaften zurückbesinnen, die in fast allen Vereinsstatuten stehen: Kameradschaft und Teamgeist. Wir müssen verstehen, dass der Kampf gegen Corona nur im Team und gemeinsam gewonnen werden kann. Es dürfen nicht Alte gegen Junge, Bayern gegen Berliner oder Reiche gegen Arme ausgespielt werden. Vielmehr müssen wir uns gegenseitig bestärken, die Regeln einzuhalten ohne dabei einander zu bespitzeln, anzuklagen oder gar anzufeinden. Voraussetzung dafür ist zu verstehen, dass momentan die Zeit der Solidarität, nicht des Egoismus herrscht. Gerade als Politiker müssen wir ehrlich kommunizieren und den Bürgerinnen und Bürgern sagen, dass jede und jeder von uns momentan ein Stück weit seine Interessen zu Gunsten der Gesundheit der Anderen hintenanstellen muss. Denn was wir in den letzten Jahren vielleicht etwas aus den Augen verloren haben, wird uns jetzt wieder deutlich: Wir alle sind eine Gemeinschaft, in der wir einander brauchen und in der wir für einander einstehen müssen, wenn die Umstände es verlangen.

Vor ein paar Wochen hatte ich es hier im Rahmen meiner Sommertour im Wahlkreis schon mal geschrieben: Ich bin stolz auf alle, die unsere Stadt und unser Land mit ihrem Engagement am Laufen halten und sich von dem Virus nicht unterkriegen lassen. Nehmen wir uns diese Menschen zum Vorbild und lassen Sie uns zusammen den Herbst zu einem goldenen machen!

Ihr Bernhard Loos

Corona-Herbst

Münchner Nordrundschau, 14.10.2020