Die Erinnerungskultur ist Teil unserer Verantwortung

Bernhard Loos setzt sich für ein würdiges Gedenken an die Opfer der NS-Zeit ein.

Mit der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz am 27. Januar 1945 begann zugleich die historische Aufarbeitung von unzähligen Verbrechen im 3. Reich, die bis heute andauert. „Wir müssen die Erinnerungskultur an die Opfer dieser Grausamkeiten nicht nur bewahren, sondern immer wieder neugestalten und dokumentieren“ mahnt der CSU-Bundestagsabgeordnete Bernhard Loos. Gerade München hat aufgrund der Geschichte als sog. Hauptstadt der Bewegung und zugleich des Widerstands durch die Weiße Rose oder Georg Elser eine „besondere Verantwortung, das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus mit Würde zu gestalten“. An vielen Stellen in der Stadt wie bspw. am Sophie-Scholl-Platz oder rund um den Odeonsplatz begegnet man der Erinnerung an diese Schreckensherrschaft auch in einem passenden Rahmen. Im Münchner Norden findet sich mit dem nur wenig bekannten KZ-Außenlager München-Allach ebenfalls ein historischer Ort, der eigentlich eine Gedenkstätte sein sollte. Allerdings ist der Zustand des einzigen dort noch erhaltenen Gebäudes „ohne Würde, Pietät und Respekt vor den Opfern“ wie Bernhard Loos erklärt. Die einstige Sanitärbaracke ist mehr als baufällig, mit Schmierereien verunstaltet und verdreckt. Es findet sich lediglich eine kleine Gedenkplatte an einer Wand, die an die Gräueltaten im dem ehemaligen KZ-Gefangenenlager erinnert.

Das KZ-Außenlager Dachau-Allach forderte über 1800 Menschenleben

Schon seit vielen Jahren bemüht sich daher der Stadtteilhistoriker Klaus Mai darum, dass dieses Lager nicht komplett in Vergessenheit gerät. Von 22. Februar 1943 bis 30. April 1945 waren dort über 10.000 Gefangene untergebracht, die für den Flugmotorenbau bei BMW eingesetzt wurden. Die Insassen litten unter der brutalen Willkürherrschaft der SS, katastrophalen hygienischen Zuständen, Krankheiten und Hunger. Bis heute sind von 1800 Toten die Namen und die Herkunft bekannt, die tatsächliche Zahl wird um ein Vielfaches höher geschätzt. Mit Unterstützung des Bezirksausschusses Feldmoching-Hasenbergl konnte Mai letztes Jahr ein Buch herausgeben, in dem ein Großteil der Opfer dokumentiert wird. Der nächste Schritt müsste nun die Gestaltung des letzten verbliebenen Bauwerks als Ort des Gedenkens sein. Denn eine Stadt wie München hat die Verantwortung, die Opfer von damals auch in Zukunft in würdiger Erinnerung zu behalten.